Januar 4, 2026

Apachen heute

Wer sind die Apachen heute? Wie leben sie, welche Orte nen­nen sie ihr Zuhause, welchen Her­aus­forderun­gen stellen sie sich – und welche kul­turellen Schätze bewahren sie bis in unsere Zeit?

In diesem Artikel reise ich mit dir durch sieben heutige Apache-Reser­va­tio­nen in den USA. Ich teile Fak­ten, Geschichte, spezielle Her­aus­forderun­gen und Ein­drücke – ergänzt durch Fotos, Karten und per­sön­liche Empfehlungen.

Wenn du dich jen­seits von Klis­chees für das Volk der Apachen inter­essierst – für die Men­schen, die Land­schaften und Leben­sre­al­itäten, wie sie wirk­lich sind – dann lies weiter.

Apachen heute — die Apachen-Reservationen

1. Die Apachen heute

Wenn wir heute von den Apachen sprechen, ist das ein Sam­mel­be­griff für eine Vielzahl eigen­ständi­ger Grup­pen. Es gibt nicht die Apachen, son­dern viele unter­schiedliche Apache-Völ­ker – jedes mit sein­er eige­nen Geschichte, seinen eige­nen Her­aus­forderun­gen, seinem eige­nen Weg. Viele von ihnen sprechen ver­wandte Dialek­te des soge­nan­nten „West­ern Apache“, das zur athabask­ischen Sprach­fam­i­lie gehört, und teilen ähn­liche kul­turelle Traditionen.

Wieviele Apachen gibt es heute?

Laut dem US-Zen­sus von 2022 iden­ti­fizieren sich rund 73.000 Men­schen auss­chließlich als Apache. Weit­ere etwa 119.000 geben an, sowohl Apache als auch einer oder mehreren anderen indi­ge­nen Natio­nen anzuge­hören. Doch nur etwa 35.000 von ihnen sind heute offiziell in einer Reser­va­tion eingeschrieben. Mehr als dop­pelt so viele leben außer­halb – oft ohne formellen Bezug zu einer Reser­va­tion. Diese Zahlen geben jedoch nur einen sehr groben Überblick – sie sagen wenig über das Leben der Men­schen aus, und noch weniger darüber, was es bedeutet, heute als Apache zu leben.

Worum geht es in diesem Artikel? 

In diesem Artikel stelle ich all jene Apache-Gemein­schaften vor, die heute in einer von der US- Regierung anerkan­nten Reser­va­tion leben – oder, wie im Fall der Fort Sill Apache, in einem rechtlich anders geregel­ten Gebiet.

Karte der heutigen Apachen-Reservationen

Karte der heuti­gen Apachen-Reser­va­tio­nen (copy­right The Wis­dom Trail)

Diese Reser­va­tio­nen habe ich – mit einer Aus­nahme – per­sön­lich besucht. Neben Fak­ten und Hin­ter­grün­den teile ich auch per­sön­liche Ein­drücke. Denn indi­gene Gemein­schaften wer­den in der öffentlichen Wahrnehmung häu­fig auf Armut, Abhängigkeit oder Folk­lore reduziert. Mein Anliegen ist es, ein anderes Bild zu zeigen: dif­feren­ziert, respek­tvoll – und manch­mal auch berührend persönlich.

Wer kann in einer Reser­va­tion eingeschrieben sein? 

Wer in einer Reser­va­tion eingeschrieben ist – also „enrolled“ – erfüllt bes­timmte Voraus­set­zun­gen. Dazu gehört meist ein soge­nan­ntes Blutquan­tum, also ein nach­weis­lich­er Anteil an indi­gen­er Her­kunft der jew­eili­gen Nation.
In der San Car­los Apache Reser­va­tion zum Beispiel muss min­destens ein Großel­tern­teil San Car­los Apache gewe­sen sein, um offiziell anerkan­nt zu wer­den.
Doch es gibt viele Men­schen mit Apache-Her­kunft, die in kein­er Reser­va­tion eingeschrieben sind – auch sie gehören zu diesem Volk, selb­st wenn sie in diesem Artikel nicht im Fokus stehen.

Dieser Text ist keine wis­senschaftliche Abhand­lung. Er ist eine Ein­ladung – sich mit offe­nen Augen und offen­em Herzen auf eine Reise zu begeben. Zu jenen, die heute als Apache beze­ich­net werden.


2. Die Apachen-Reservationen

Fort Apache / White Mountain Apache Reservation

Fort Apache / White Moun­tain Apache Reservation

Die White Moun­tain Apache leben auf einem Gebi­et in Ost-Zen­tral-Ari­zona, das 1891 als Fort Apache Indi­an Reser­va­tion gegrün­det wurde. Ursprünglich umfasste es auch die San Car­los Reser­va­tion, 1897 wur­den bei­de durch einen Beschluss des US-Kon­gress­es getren­nt. Die White Moun­tain Apache hat­ten das Glück, eine Reser­va­tion in ihrem anges­tammten Heimat­land zu erhalten.

Fort Apache spielte eine zen­trale Rolle während der soge­nan­nten „Apache Wars“ und war über Jahrzehnte hin­weg ein Stützpunkt der US-Armee – unter anderem mit den leg­endären Apache Scouts. Noch heute erin­nert der his­torische Kom­plex des Fort Apache His­toric Park mit 27 restau­ri­erten Gebäu­den an diese bewegte Geschichte.

Die Reser­va­tion erstreckt sich über rund 1,67 Mil­lio­nen Acres (ca. 6.760 km²) und reicht vom tief eingeschnit­te­nen Salt Riv­er Canyon auf etwa 800 Metern Höhe bis hin­auf auf über 3.400 Meter am heili­gen Mount Baldy – dem „White Moun­tain“, nach dem die White Moun­tain Apache benan­nt sind. Diese Vielfalt an Höhen­la­gen macht die Region einzi­gar­tig – nicht nur land­schaftlich, son­dern auch klimatisch.

Die White Moun­tain Apache investieren viel in Bil­dung und Kul­tur. In Fort Apache befind­et sich das Nohwike’ Bágowa Cul­tur­al Cen­ter, was über­set­zt „Haus unser­er Fußspuren“ bedeutet. Dort wer­den tra­di­tionelle Lebensweisen, Sprache, Kun­st und Geschichte bewahrt und öffentlich zugänglich gemacht. Sprach­pro­gramme, kul­turelle Work­shops und eine Samm­lung his­torisch­er Fotografien sind Teil dieses kul­turellen Pro­gramms. Im Zen­trum des Muse­ums ste­ht ein Wik­i­up, das tra­di­tionelle Wohn­haus der Apachen.

Wie viele indi­gene Gemein­schaften ste­hen auch die White Moun­tain Apache vor Her­aus­forderun­gen: Dazu zählen soziale Prob­leme wie Armut, eine über­durch­schnit­tlich hohe Rate an chro­nis­chen Krankheit­en sowie die Auf­gabe, junge Men­schen in der eige­nen Kul­tur zu ver­wurzeln und ihnen zugle­ich Per­spek­tiv­en zu eröffnen.

Für Besuch­er bietet die Region eine Fülle an Erleb­nis­sen: Das Sun­rise Park Resort um Mount Baldy ist Ari­zonas größtes Skige­bi­et, im Som­mer lock­en Zipline, Angeln, Wan­dern und Mountainbiken.

Für sämtliche Out­door-Aktiv­itäten – ob Wan­dern, Fis­chen oder Campieren – ist eine Genehmi­gung der White Moun­tain Apache erforder­lich. Die Vorschriften sind streng, und Unwis­senheit schützt nicht vor empfind­lichen Strafen. Mehr Infor­ma­tio­nen zu den erforder­lichen Genehmi­gun­gen gibt es beim White Moun­tain Apache Game & Fish Department.

Der neben dem Nohwike’ Bágowa Cul­tur­al Cen­ter gele­gene Fort Apache His­toric Dis­trict kann auf eigene Faust erkun­det wer­den – mit Karten und Erläuterun­gen aus dem Muse­um. Sehenswert ist auch die nahe gele­gene Pueblo-Ruine Kin­ish­ba.

Per­sön­liche Empfehlungen

Nohwike’ Bágowa Cul­tur­al Center

Der Ein­trittspreis für das Muse­um bein­hal­tet auch die Besich­ti­gung von Fort Apache und den Kin­ish­ba-Ruinen. Wenn du Zeit für eine kleine Wan­derung hast, dann frag nach dem Rundgang außer­halb des Forts – beson­ders span­nend bei gutem Wetter.

Fort Apache

Wer sich für die Geschichte der Apachen und die soge­nan­nten Apachenkriege inter­essiert, sollte Fort Apache gese­hen haben. Viele Gebäude sind gut erhal­ten und geben einen Ein­blick in das Leben in einem Fort der zweit­en Hälfte des 19. Jahrhun­derts. Im ältesten Gebäude, Gen­er­al Crook’s Cab­in (erbaut 1871), ist eine Ausstel­lung den Apache-Scouts gewidmet.

Arrow­head Café

Wer beim Erkun­den von Fort Apache Lust auf eine Stärkung hat, sollte unbe­d­ingt im Arrow­head Café einkehren – von Ein­heimis­chen betrieben, liebevoll ein­gerichtet, mit aus­geze­ich­netem Kaf­fee, haus­gemacht­en Kuchen und einem kleinen Shop. Das Café befind­et sich in einem der ehe­ma­li­gen Offiziersgebäude. 

Hon-Dah Casi­no und Hotel

Ich mei­de Casi­nos generell – aber das Hon-Dah Hotel, direkt beim gle­ich­nami­gen Casi­no, mag mich und ich über­nachte dort gerne, wenn ich in der Gegend bin: große, kom­fort­able Zim­mer mit Regen­dusche, ein knis­tern­des Kam­in­feuer in der Lob­by, fre­undlich­es Per­son­al und ein sehr gutes Früh­stücks­buf­fet im „Indi­an Pine Restau­rant“. Ein ide­al­er Aus­gangspunkt, um die Region zu erkunden.

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San Carlos Apache Reservation

San Car­los Apache Reservation

Die San Car­los Apache Reser­va­tion wurde 1871 gegrün­det, als die US-Regierung begann, ver­schiedene Apache-Grup­pen zwangsweise umzusiedeln. Für viele war San Car­los ein Ort des Lei­dens: der Ver­lust ihrer ursprünglichen Heimat, man­gel­nde Ver­sorgung, extreme Kon­trolle und kul­turelle Zer­störung. Nicht zufäl­lig wurde die Region in his­torischen Bericht­en als „Hell’s 40 Acres“ beze­ich­net – vierzig Hek­tar Hölle – unfrucht­bares, damals malar­i­a­verseucht­es Wüstenland.

Die Reser­va­tion erstreckt sich über rund 1,8 Mil­lio­nen Acres (ca. 7.280 km²) im Osten Ari­zonas. Die Land­schaft ist geprägt von der Sono­ra-Wüste: wenige Bäume, robuste Sträuch­er, Agaven und die ikonis­chen Saguaros – meter­ho­he Riesenkak­teen. Im Nor­den und Osten der Reser­va­tion find­en sich jedoch auch Seen und höhergele­gene Waldgebiete.

Kul­turell ist San Car­los ein Ort des lebendi­gen Erbes. Die Men­schen sind bekan­nt für ihre meis­ter­hafte Korbflechtkun­st und ihren Sil­ber­schmuck mit Peri­dot, einem grü­nen Halbe­del­stein, der hier in weltweit einzi­gar­tiger Menge vorkommt. Der Peri­dot-Min­ing Dis­trict auf dem San-Car­los-Gebi­et ist die größte bekan­nte Lager­stätte weltweit.

Zu den großen Her­aus­forderun­gen gehört ein Kapi­tel, das lange ver­drängt wurde: In den 1960er- oder 1970er-Jahren wurde in Teilen der Reser­va­tion Agent Orange ver­sprüht – ein Ent­laubungsmit­tel, das im Viet­namkrieg einge­set­zt wurde. Bis heute ist das Land stel­len­weise belastet. Es gibt Berichte über erhöhte Kreb­srat­en, Fehlge­burten und andere gesund­heitliche Schä­den. Der Doku­men­tarfilm Agent Orange on the Rez doku­men­tiert dieses dun­kle Kapi­tel (Link zum Film siehe weit­er unten).

Viele Fam­i­lien in San Car­los leben unter­halb der Armutsgren­ze. Neben einer hohen Arbeit­slosigkeit sind chro­nis­che Erkrankun­gen weit ver­bre­it­et – auch als Spät­folge der Umwelt­be­las­tung. Umso wichtiger ist die Arbeit von Pro­gram­men wie dem Apache Lan­guage Preser­va­tion Pro­gram, in dem nicht nur die Sprache gelehrt, son­dern auch tra­di­tionelles Wis­sen an die Jugend weit­ergegeben wird: das Sam­meln und Ver­ar­beit­en wilder Früchte, der Bau eines Wik­i­ups, das tra­di­tionelle Jagen oder Handwerkskunst.

Wer die San Car­los Reser­va­tion besuchen möchte, sollte sich gut vor­bere­it­en: Wan­dern, Jagen, Campieren und Fis­chen sind nur mit aus­drück­lich­er Genehmi­gung des Stammes erlaubt. Die Regeln sind streng, und die Strafen bei Ver­stößen hoch. Eben­so gilt: Wer Arte­fak­te oder Fund­stücke ent­deckt, darf diese keines­falls mit­nehmen – sie gehören zum kul­turellen Erbe und müssen gemeldet werden.

Per­sön­liche Empfehlungen

San Car­los Apache Cul­tur­al Center 

Ein kleines, gut kuratiertes Muse­um in Peri­dot (High­way 70, Mile Mark­er 272), in welchem man mehr über die Geschichte von San Car­los erfährt. Im kleinen Muse­umsshop kann man Kun­sthandw­erk kaufen – ins­beson­dere Korb­waren und Sil­ber­schmuck mit Peridot.

Apache Jii Day Fes­ti­val (Globe)

Ein jährlich am 3. Sam­stag im Okto­ber stat­tfind­en­des Fest der San Car­los Apache in der — außer­halb der Reser­va­tion — nahegele­ge­nen Stadt Globe. Hier kannst du Crown Dancer (Ghan) erleben, tra­di­tionelle Lieder hören, Apache-Burg­er essen und hochw­er­tiges Kun­sthandw­erk ver­schieden­er Stämme erwer­ben – vor allem aus San Carlos.

Pick­le Bar­rel Trad­ing Post (Globe)

Ein beson­der­er Ort, um authen­tis­che Sou­venirs aus dem Süden der USA zu find­en – und Mate­ri­alien, mit denen Apachen ihre tra­di­tionelle Klei­dung her­stellen. Wenn du gezielt nach Stück­en aus San Car­los fragst, unter­stützt du direkt lokales Kunsthandwerk.

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Ton­to Apache Reservation

Die Ton­to Apache Reser­va­tion ist mit nur 85 Acres (ca. 0,34 km²) die kle­in­ste Reser­va­tion in Ari­zona. Sie liegt direkt südlich der Stadt Payson im Gila Coun­ty, etwa 150 km nordöstlich von Phoenix. Die Ton­to Apache – auch Dilzhe’e genan­nt – lebten bere­its seit Jahrhun­derten in dieser Region.

Im Jahr 1875 wur­den sie gemein­sam mit den Yava­pai gewalt­sam von der Rio Verde Reser­va­tion auf die San Car­los Reser­va­tion zwang­sum­ge­siedelt. Nach etwa 20 Jahren kehrten einige Fam­i­lien in ihre anges­tammte Heimat um Payson zurück – doch große Teile des Lan­des waren inzwis­chen von weißen Siedlern beansprucht wor­den. Erst 1972 erhiel­ten die Ton­to Apache wieder einen kleinen Land­streifen südlich von Payson als Reser­va­tion zugewiesen.

Heute zählt die Gemein­schaft rund 140 eingeschriebene Mit­glieder, etwa 100 von ihnen leben auf der Reser­va­tion. Die Ton­to Apache sind in der Kunst­welt bekan­nt für ihre Per­len­stick­erei und Korbflechterei, die auf Messen und Kun­sthandw­erksmärk­ten lan­desweit Anerken­nung findet.

Trotz ihrer gerin­gen Größe engagiert sich die Gemeinde stark in der Region. Der Betrieb des Mazatzal Hotel & Casi­no, eröffnet 1994, macht den Stamm zu einem der größten Arbeit­ge­ber in Payson. 

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Tonto Apache Tribe, Yavapai-Apache Nation

Yava­pai-Apache Nation

Die Yava­pai-Apache Nation beste­ht aus zwei his­torisch eigen­ständi­gen Völkern: 

  • den Yava­pai (Wipuhk’a’bah), die zur Yuman-Sprach­fam­i­lie gehören, und 
  • den Ton­to-Apachen (Dil’zhe’e), die eine athabask­ische Sprache sprechen. 

Bei­de Grup­pen lebten seit Jahrhun­derten im Verde Val­ley in Zen­tral-Ari­zona. Obwohl sie kul­turell und sprach­lich ver­schieden sind, teil­ten sie Leben­sraum, Ressourcen und viele Her­aus­forderun­gen – weshalb sie von außen oft als eine Ein­heit wahrgenom­men wurden.

1871 wurde für sie die Camp Verde Reser­va­tion ein­gerichtet. Doch bere­its 1875 wur­den rund 1.476 Yava­pai und Ton­to Apache unter Zwang nach San Car­los deportiert – ein über 300 Kilo­me­ter langer Fuß­marsch durch win­ter­lich­es, unwegsames Gelände. Viele star­ben unter­wegs an Kälte, Hunger und Erschöp­fung. Dieses Trau­ma wird heute jährlich im Feb­ru­ar mit dem „Yava­pai-Apache Exo­dus Day“ erinnert.

Ab 1900 kehrten Über­lebende in kleinen Fam­i­lien­grup­pen zurück. 1910 wurde die Camp Verde Reser­va­tion neu gegrün­det, später erweit­ert, und 1937 zur heuti­gen Yava­pai-Apache Nation zusam­menge­führt. Die Nation beste­ht heute aus fünf ver­streuten Sied­lungs­ge­bi­eten in Camp Verde, Mid­dle Verde, Tun­lii, Rim­rock und Clarkdale.

Lange Zeit war das Gebi­et mit rund 2,7 km² zu klein, um den Wohn- und Wirtschafts­be­darf der Gemein­schaft zu deck­en. Doch im Okto­ber 2024 wurde ein bedeu­ten­der Land­tausch mit dem U.S. For­est Ser­vice abgeschlossen: Die Nation erhält rund 13 km² anges­tammtes Land zurück – ein wichtiger Schritt für Wohn­bau, Land­wirtschaft und kul­turelle Wiederherstellung.

Die Yava­pai-Apache Nation engagiert sich inten­siv für den Erhalt bei­der Sprachen und Kul­turen. Ein neues Kul­turzen­trum ist im Auf­bau, das Sprach­pro­gramme, Stamme­sarchive und eine Ausstel­lung zur gemein­samen Geschichte bei­der Völ­ker beherber­gen soll. Wirtschaftlich betreibt der Stamm das Cliff Cas­tle Casi­no & Hotel in Camp Verde.

Per­sön­liche Empfehlungen

Mon­tezu­ma Cas­tle Nation­al Monument

Ein beein­druck­endes Bauw­erk Zeit, das mit Mon­tezu­ma nichts zu tun hat. Das “Cas­tle” liegt wie eine Burg in einer Felss­palte hoch über dem Tal­bo­den. Beson­ders im Native Amer­i­can Her­itage Month (Novem­ber) find­en hier Ver­anstal­tun­gen mit Tänzen und Liedern der Yava­pai-Apache Nation statt – ein wun­der­bar­er Ort, um Geschichte, Natur und lebendi­ge Kul­tur zu erleben.

Ich erin­nere mich an ein Gespräch mit einem alten Indi­an­er am Aus­gang des Parks. Ich hat­te ihm erzählt, wie sehr mich die Atmo­sphäre dort berührt hat­te – und die Syko­moren, die sich wie tanzend über den Bach neigten und im Wind wiegten. Er nick­te, lächelte und sagte: „Ich weiß. Am Abend, wenn nie­mand mehr son­st im Park ist, erzählen sie mir ihre Geschichten.“

Fort Verde State His­toric Park

Obwohl nicht Teil der Reser­va­tion, ver­mit­telt dieses kleine, gut erhal­tene Fort span­nende Ein­blicke in die Geschichte der Region während der Zeit der Indi­an­erkriege. Hier erfuhr ich auch, warum die Forts im Süd­west­en – anders als in Hol­ly­wood-Fil­men – meist keine Pal­isaden hat­ten: Da ein Angriff der Apachen ihnen zu hohe Ver­luste bedeutet hätte, waren die Forts nie primäre Angriff­sziele und damit Pal­isaden unnötig.

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Mescalero Apache Reservation

Mescalero Apache Reservation

Die Mescalero Apache Reser­va­tion liegt über­wiegend im Otero Coun­ty im südlichen New Mex­i­co und umfasst rund 1.874 km². Heute ist sie Heimat für drei tra­di­tionelle Apache-Grup­pen: die Mescalero, die Chir­ic­ahua und die Lipan Apache. Diese Grup­pen lebten ursprünglich in weit­en Teilen des heuti­gen New Mex­i­co, Texas und Nord­mexikos. Ihre Geschichte ist geprägt von jahrzehn­te­langer Vertrei­bung, Kriegs­ge­fan­gen­schaft und Umsiedlung.

Der Name “Mescalero” wurde ihnen von den Spaniern gegeben, da die Spanier bemerk­ten, dass sie Mescalero-Pflanzen aßen; genaugenom­men brateten sie die Herzen bes­timmter Agaven-Pflanzen.
Die Mescalero Apache erhiel­ten 1873 ein eigenes Gebi­et – in einem Teil ihres anges­tammten Lan­des. Zuvor waren sie gemein­sam mit den Nava­jo in Fort Sum­n­er, heute bekan­nt als Bosque Redon­do Memo­r­i­al, interniert wor­den – unter Bedin­gun­gen, die viele Über­lebende später mit einem Konzen­tra­tionslager verglichen. 

Die Chir­ic­ahua Apache kamen erst 1913 nach Mescalero, nach ihrer Ent­las­sung aus 27 Jahren Kriegs­ge­fan­gen­schaft in Fort Sill (Okla­homa). Sie wählten die Mescalero-Reser­va­tion als ihre neue Heimat.

Im Ort Mescalero, dem Zen­trum der Reser­va­tion, befind­et sich das Mescalero Apache Cul­tur­al Cen­ter & Muse­um. Es ver­mit­telt Geschichte, Gegen­wart und kul­turelles Erbe aller drei Apache-Grup­pen. Zu sehen sind tra­di­tionelle Klei­dung, Werkzeuge, Kun­sthandw­erk und viele his­torische Fotografien. Auch Sprach­pflege und die Ver­mit­tlung kul­tureller Werte – etwa bei den Com­ing-of-Age-Zer­e­monien für junge Mäd­chen – gehören zu den Auf­gaben des Museums.

Der Stamm betreibt mehrere eigene Unternehmen, um wirtschaftlich unab­hängig zu bleiben: darunter das Ski Apache Resort (das südlich­ste Skige­bi­et der USA), das Inn of the Moun­tain Gods (Hotel, Casi­no, Golf­platz), sowie Unternehmen für Holzver­ar­beitung, Telekom­mu­nika­tion und Landwirtschaft.

Out­door-Aktiv­itäten wie Angeln, Jagen und Camp­en sind auf dem Reser­vats­ge­bi­et möglich – allerd­ings nur mit Genehmi­gung. Wer auf Num­mer sich­er gehen will, informiert sich vor­ab auf der offiziellen Web­seite oder im Besucherzentrum.

Und ja – den Sil­bersee der Apachen gibt es nicht nur bei Karl May: Rund um den malerischen Sil­ver Lake gibt es einen Campingplatz.

Per­sön­liche Empfehlungen

Mescalero Apache Cul­tur­al Cen­ter & Museum

Ein Ort zum Ler­nen, Zuhören und Staunen – über die Vielfalt der drei Apache-Grup­pen, ihre Geschichte und ihren Überlebenswillen. 

Inn of the Moun­tain Gods

Das Resort liegt am See, mit Golf­platz, Casi­no, gutem Restau­rant und großzügi­gen Zim­mern. Unter der Woche sind die Preise deut­lich gün­stiger. Die Lob­by mit Blick auf den See lädt zum Ver­weilen ein – ein ide­al­er Aus­gangspunkt, um die Region zu erkunden.

Vor dem Hotel sind die bronzenen Stat­uen der Ghan zu sehen, der “Moun­tain Gods”, welche der Leg­ende nach die Apachen lehren und beschützen. Sie wer­den oft als Crown Dancer beze­ich­net, weil ihr Kopf­schmuck an eine Kro­ne erin­nert; jeden­falls sind sie aber keine „Göt­ter“, ich würde sie  „Berggeis­ter“ nennen. 

Com­ing-of-Age-Zer­e­monie Anfang Juli

Rund um den 4. Juli find­et die wichtig­ste Zer­e­monie der Apachen für die her­anwach­senden Mäd­chen statt – begleit­et von Tanz, Gesang, Zer­e­monien und einem Rodeo. Besuch­er sind willkom­men, soll­ten sich jedoch respek­tvoll und zurück­hal­tend verhalten.

Bosque Redon­do Memo­r­i­al, Fort Sumner

Ein tief­eres Ver­ständ­nis der Geschichte der Mescalero Apachen bekommt man im Bosque Redon­do Memo­r­i­al in Fort Sum­n­er (ca. 3 Fahrstun­den ent­fer­nt). Das Memo­r­i­al doku­men­tiert ein­drück­lich die gemein­same Internierung von Nava­jo und Mescalero – ein oft überse­henes Kapi­tel amerikanis­ch­er Geschichte mit tausenden Opfern. Das “Memo­r­i­al” wird von einer sehr engagierten, pri­vat­en Ini­tia­tive betrieben. 

Fort Stan­ton & Lincoln

Wenige Autostun­den von der Reser­va­tion ent­fer­nt liegt Fort Stan­ton, das 1855 gegrün­det wurde, um die Mescalero-Apachen zu kon­trol­lieren. Dort habe ich zum ersten Mal eine Uni­form aus der dama­li­gen Zeit in der Hand gehal­ten – aus fein­er, gewalk­ter Schaf­wolle, angenehm warm im Win­ter und tem­per­at­u­raus­gle­ichend im Som­mer. Beson­ders ein­drück­lich fand ich die Ein­blicke in das Leben ein­fach­er Sol­dat­en: Zwei Mann teil­ten sich ein Bett, der Dienst war ein­tönig, Gefechte eher selten.

Wer ohne­hin in der Gegend ist, sollte auch das nahegele­gene Lin­coln besuchen – ein lebendi­ges Muse­ums­dorf mit zahlre­ichen erhal­te­nen Gebäu­den aus dem 19. Jahrhun­dert. Hier spielte sich der berühmte „Lin­coln Coun­ty War“ ab – bekan­nt auch durch die Geschichte von Bil­ly the Kid.

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Jicarilla Apache Reservation

Jicar­il­la Apache Nation

Die Jicar­il­la Apache Reser­va­tion liegt im nordzen­tralen New Mex­i­co, direkt an der Gren­ze zu Col­orado. Sie wurde 1887 gegrün­det und 1907 durch Theodore Roo­sevelt erweit­ert. Mit einer Fläche von rund 875.000 Acres (ca. 3.540 km²) zählt sie zu den größeren Apache-Reser­va­tio­nen. Das Zen­trum der Reser­va­tion ist der Ort Dulce, Sitz der Stammesregierung.

Der Name “Jicar­il­la” (aus­ge­sprochen wie “Hikaria”, die Beto­nung liegt auf dem let­zten “i”) bedeutet auf spanisch “Kör­bchen” und weist auf die Korbfelchtkun­st der Jicar­il­las. Die ursprünglichen Heimat­ge­bi­ete der Jicar­il­la umfassten Teile von New Mex­i­co, Col­orado, Kansas sowie die nördlichen Zipfel von Okla­homa und Texas – ins­ge­samt über 50 Mil­lio­nen Acres. Mündlichen Über­liefer­un­gen zufolge reis­ten sie einst bis nach Wyoming und ver­gaben Namen an Berge und Land­schaften. Vor der Ankun­ft der Europäer lebten schätzungsweise 12.000 bis 14.000 Jicar­il­la als Halb­no­maden im Ein­klang mit der Natur. Durch Krankheit­en, Kriege und kolo­niale Gewalt sank ihre Zahl bis ins 19. Jahrhun­dert auf unter 1.000.

Von ihrer hohen Korbflechtkun­st kann man sich im Jicar­il­la Apache Cul­tur­al Arts & Her­itage Cen­ter überzeu­gen, das 2017 eröffnet wurde. Hier wer­den tra­di­tionelle Kun­st­for­men wie Korbflechterei, Per­lenar­beit­en und Töpfer­ei nicht nur aus­gestellt, son­dern auch aktiv gepflegt und unter­richtet. Elf Kün­stler und Kün­st­lerin­nen arbeit­en regelmäßig im Zen­trum, verkaufen ihre Werke auf Messen, Pow-Wows und Märk­ten – und ver­mit­teln ihr Wis­sen an die näch­ste Generation.

Die Land­schaft der Reser­va­tion ist geprägt von Hoch­plateaus, aus­gedehn­ten Kiefer­n­wäldern, klaren Seen und einem reichen Wildbe­stand – darunter Elche (Wapi­ti), Bären und Hirsche. Die Jicar­il­la gel­ten bis heute als exzel­lente Jäger. Jagd- und Out­door-Touris­mus spie­len eine bedeu­tende wirtschaftliche Rolle. Auch die Ölförderung trägt zum rel­a­tiv­en Wohl­stand der Nation bei. Das spiegelt sich im Orts­bild von Dulce wider: viele Häuser sind gemauert, mit gepflegten Gärten – ein sel­tener Anblick in Reservationen.

Kul­turelle Höhep­unk­te im Jahreskreis

Goji­iya Feast Day

Das Erntedank­fest find­et immer Mitte Sep­tem­ber statt, mit rit­uellem Staffel­lauf zwi­schen den bei­den Clans: dem Llanero (Rot­er Clan, lebte in den Ebe­nen) und dem Ollero (Weißer Clan, lebte in den Bergen). Die Zer­e­monie find­et auf einem tra­di­tionellen Gelände am Stone Lake, südlich von Dulce, statt.

Lit­tle Beaver Round-Up

Das gesellschaftliche Großereig­nis am 3. Woch­enende im Juli in Dulce: mit Parade, Pow-Wow, Rodeo, Konz­erten, Pony-Express, Karneval und viel Apache-Gemeinschaftsgefühl.

Per­sön­liche Beobachtung

Die Fahrt durch das Land der Jicar­il­la war für mich eine der ruhig­sten und ein­drück­lich­sten Etap­pen mein­er Reise. Ich war über­rascht, wie gepflegt viele Häuser wirk­ten – mit Blu­men­beeten, Holzveran­den, deko­ri­erten Ein­fahrten. Ganz anders als das Bild, das man oft mit Reser­va­tio­nen verbindet. Man spürt hier Stolz – und dass die Jicar­il­la, trotz allem, in einem Teil ihres ursprünglichen Lan­des geblieben sind und es aktiv gestalten.

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Fort Sill Apache

Fort Sill Apache Tribe

Die Fort Sill Apache sind Nach­fahren der Chir­ic­ahua, genauer gesagt der Warm Springs Apache, die bis in die späten 1880er-Jahre im Gren­zge­bi­et von New Mex­i­co, Ari­zona und Nord­mexiko lebten. Nach­dem Geron­i­mo und seine Gefol­gsleute 1886 kapit­uliert hat­ten, wur­den rund 500 Chir­ic­ahua Apachen von der US-Regierung als Kriegs­ge­fan­gene in den Osten deportiert – zunächst nach Flori­da, dann nach Alaba­ma und schließlich nach Fort Sill in Okla­homa. Dort blieben sie 27 Jahre lang in Gefan­gen­schaft – bis zur offiziellen Ent­las­sung im Jahr 1914.

Ein Teil der Gemein­schaft zog nach ihrer Freilas­sung in die Mescalero-Reser­va­tion nach New Mex­i­co, andere blieben in Okla­homa. Ihre Nach­fahren bilden heute den Fort Sill Apache Tribe, mit Sitz in der Ortschaft Apache, Okla­homa. Der Stamm zählt etwa 800 eingeschriebene Mit­glieder, von denen rund 300 in Okla­homa leben – der Rest ist über die gesamten USA verstreut.

Anders als andere Apache-Gemein­schaften besitzt der Stamm keine eigene Reser­va­tion im klas­sis­chen Sinn. In Okla­homa gehört er zur soge­nan­nten OTSA – Okla­homa Trib­al Sta­tis­ti­cal Area, einem sta­tis­tis­chen Kon­strukt, das keine ter­ri­to­ri­ale Exk­lu­siv­ität wie eine Reser­va­tion bietet. Genauer gesagt sind die Fort Sill Apache Teil von zwei OTSAs:

  • Kiowa-Comanche-Apache-Fort Sill Apache OTSA
  • Kiowa-Comanche-Apache-Fort Sill Apache / Cad­do-Wichi­ta-Delaware joint-use OTSA

In diesen Gebie­ten leben indi­gene und nicht-indi­gene Men­schen gemein­sam. Nur reg­istri­erte Stammesmit­glieder unter­liegen dort der Hoheit des jew­eili­gen Stammes. Ein kleines Stück Land im his­torischen Sied­lungs­ge­bi­et der Chir­ic­ahua in New Mex­i­co, nahe Akela an der Inter­state 10, wurde dem Stamm als soge­nan­ntes Trust­land zuge­sprochen – es gilt als sym­bol­is­ch­er Mittelpunkt.

Trotz begren­zter Fläche ist der Fort Sill Apache Tribe eine aktive Gemein­schaft mit eige­nen Pro­gram­men, wirtschaftlichen Ini­tia­tiv­en und einer lebendi­gen Erin­nerungskul­tur. Das Fort Sill Apache Casi­no in Law­ton, Okla­homa sichert viele Arbeit­splätze und ist eine wichtige Ein­nah­me­quelle. Der Stamm arbeit­et zudem in Fra­gen kul­tureller Wieder­bele­bung und poli­tis­ch­er Vertre­tung eng mit den Chir­ic­ahua in der Mescalero-Reser­va­tion zusammen.

Per­sön­liche Empfehlungen

Apache Home­lands (Akela, New Mexico)

Wer mit dem Auto auf der Inter­state 10 zwi­schen Las Cruces und Lords­burg unter­wegs ist, sollte eine Pause an der Rast­sta­tion „Apache Home­lands“ ein­le­gen. Sie ste­ht auf dem kleinen Trust­land, das der Stamm heute besitzt – ein winziges, aber bedeu­ten­des Zeichen der Anerken­nung. In der Rast­sta­tion find­en sich Tafeln und Infor­ma­tio­nen zur Geschichte der Chir­ic­ahua-Apachen.

Fort Sill His­toric Site (Law­ton, Oklahoma)

Ein Besuch in Fort Sill selb­st ist eine ein­drück­liche Erfahrung. Das his­torische Fort, in dem die Chir­ic­ahua 27 Jahre lang gefan­gen waren, beherbergt heute ein Muse­um sowie einen Mil­itär­fried­hof, auf dem auch Geron­i­mo begraben liegt. Fort Sill ist bis heute ein aktiv­er Mil­itärstützpunkt – mit einem Besucherzen­trum, Reg­istrierungssys­tem und Sicherheitsvorgaben.

Ich erin­nere mich gut an den Moment, als ich als Zivilistin zwi­schen hun­derten uni­formiert­er Rekruten im Speis­esaal saß – der einzige Ort auf mein­er Reise, wo ich auf einem Besuchs­for­mu­lar meine Haut­farbe angeben musste. Nach erfol­gter Reg­istrierung erhielt ich eine tem­poräre Zugangsplakette fürs Auto, mit der ich mich frei auf dem Gelände bewe­gen durfte – vor­bei an Wohn­sied­lun­gen, Train­ingsplätzen, Kliniken, Ver­wal­tungs­ge­bäu­den. Die Fahrt vom Ein­gangstor bis zum Fried­hof dauerte rund 15 Minuten.

Der Besuch war bewe­gend. Ein­er­seits wegen der Vorstel­lung, wie es war, als freies Volk in einem umzäun­ten Mil­itärareal leben zu müssen. Ander­er­seits, weil Fort Sill – bis heute – ein funk­tion­ieren­der Teil der US-Mil­itärstruk­tur ist. Geschichte, Gegen­wart und Macht liegen hier sehr dicht beieinander.

Links


Was ist mit dem Apache Tribe of Oklahoma?

Der Apache Tribe of Okla­homa, auch bekan­nt als Plains Apache oder Kiowa Apache, ist ein in Okla­homa ansäs­siger Stamm mit rund 1.700 eingeschriebe­nen Mit­gliedern (Stand 2014). Sprach­lich gehören sie zur athabask­ischen Sprach­fam­i­lie und wer­den daher oft den Apachen zugeordnet.

Kul­turell jedoch sind sie eng mit den Kiowa ver­bun­den, unter deren Ein­fluss sie über Gen­er­a­tio­nen hin­weg in enger Nach­barschaft lebten. Ihre Zer­e­monien, soziale Organ­i­sa­tion und Lebensweise unter­schei­den sich deut­lich von jenen der anderen Apache-Grup­pen im Süd­west­en. Sie ori­en­tieren sich in vie­len Bere­ichen an der Präriekul­tur der südlichen Plains – etwa bei der Kriegerkul­tur, den Tip­is oder dem Sonnentanz.

Aus diesem Grund wird der Apache Tribe of Okla­homa in diesem Artikel nicht als eigene Apache-Reser­va­tion behan­delt. Der Fokus dieses Artikels liegt auf jenen Gemein­schaften, die sich selb­st als Teil der kul­turellen Apache-Welt ver­ste­hen – mit einer eigen­ständi­gen Iden­tität, die sich deut­lich von den Plains-Kul­turen unterscheidet.


Was ist mit dem Lipan Apache Tribe of Texas?

Die Lipan Apache gel­ten als östlich­ste Gruppe der Apachen. Tra­di­tionell lebten sie in einem riesi­gen Gebi­et, das heutiges Texas, New Mex­i­co, Nord­mexiko, Okla­homa und Col­orado umfasste. Einige ihrer Nach­fahren sind heute in der Mescalero Reser­va­tion eingeschrieben und gehören dort offiziell zur Gemein­schaft der Mescalero Apache.

Der soge­nan­nte Lipan Apache Tribe of Texas, mit Sitz in McAllen, ist derzeit nicht bun­desstaatlich anerkan­nt, obwohl er 2009 und 2019 durch Res­o­lu­tio­nen des tex­anis­chen Sen­ats und Repräsen­tan­ten­haus­es sym­bol­isch gewürdigt wurde.

Ein bedeu­ten­der Gericht­ser­folg im Jahr 2016 ermöglichte über 400 Stamme­sange­höri­gen, Adlerfed­ern für religiöse Zer­e­monien zu ver­wen­den – ein Recht, das nor­maler­weise nur Mit­gliedern bun­desstaatlich anerkan­nter Stämme zuste­ht. Grund­lage war die Ver­let­zung ihrer Reli­gions­frei­heit gemäß dem „Reli­gious Free­dom Restora­tion Act“ (RFRA).

Die Lipan Apache kämpfen weit­er­hin für eine offizielle Anerken­nung, sowie den Schutz ihrer kul­turellen Rechte. Da sie jedoch keine eigene Reser­va­tion besitzen und sich in einer anderen poli­tis­chen und kul­turellen Sit­u­a­tion befind­en als die in diesem Artikel porträtierten Grup­pen, wird ihre Geschichte hier nur am Rande erwäh­nt, aber  nicht aus­führlich behandelt.


Karte der heutigen Apachen-Reservationen

Karte der heuti­gen Apachen-Reser­va­tio­nen (copy­right The Wis­dom Trail)

3. Über­sicht Apache-Reser­va­tio­nen heute

Die fol­gende Über­sicht zeigt alle Apache-Gemein­schaften, die heute in einer offiziell anerkan­nten Reser­va­tion leben – oder, wie im Fall der Fort Sill Apache, in einem rechtlich abwe­ichen­den Gebi­etssta­tus. Die Angaben zur Fläche und Ein­wohn­erzahl basieren auf aktuellen Cen­sus-Dat­en bzw. Trib­al Reports und kön­nen region­al abweichen.

Tabellarische Übersicht Apache-Reservationen

Fort Apache Reservation

White Moun­tain- und Cibecue-Apache
Bun­desstaat: Ari­zona
Fläche: ca. 6.800 km²
Ein­wohn­er: ca. 15.000

San Car­los Apache Reservation

San Car­los Apache
Bun­desstaat: Ari­zona
Fläche: ca. 7.500 km²
Ein­wohn­er: ca. 10.600

Ton­to Apache Reservation

Ton­to / Dilzhe’e Apache
Bun­desstaat: Ari­zona
Fläche: ca. 0,5 km²
Ein­wohn­er: ca. 100

Yava­pai-Apache Nation Reservation

Yava­pai und Tonto(Dilzhe’e)-Apache
Bun­desstaat: Ari­zona
Fläche: ca. 7,5 km²
Ein­wohn­er: ca. 900

Mescalero Apache Reservation

Mescalero, Chir­ic­ahua und Lipan-Apache
Bun­desstaat: New Mex­i­co
Fläche: ca. 1.900 km²
Ein­wohn­er: ca. 3.600

Jicar­il­la Apache Nation Reservation

Jicar­il­la Apache
Bun­desstaat: New Mex­i­co
Fläche: ca. 3.400 km²
Ein­wohn­er: ca. 3.200

Fort Sill Apache 

Chir­ic­ahua (Warm Springs) Apache
Bun­desstaat: Okla­homa, New Mex­i­co
Ein­wohn­er: ca. 800
Sta­tus der Fort Sill Apache: in Okla­homa keine eigene Reser­va­tion, son­dern Teil der Kiowa-Comanche-Apache-Fort Sill Apache OTSA (Okla­homa Trib­al Sta­tis­ti­cal Area); In New Mex­i­co: kleine Land­ba­sis (Trust­land) nahe Akela, I‑10


Rubrik:

Apachen


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